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Potsdam, Großbeerenstraße: Tod durch Falschparker auf Radstreifen

Am 21.10.2010 verlor eine 33-jährige Radfahrerin ihr Leben weil sie einem auf dem Radstreifen in der Großbeerenstraße abgestellten Fahrzeug ausweichen musste und dabei von der sich plötzlich öffnenden Autotür des Falschparkers zu Fall gebracht wurde.

“POTSDAM / BABELSBERG [...] Polizeisprecher Mario Heinemann schildert den Unfallhergang: Antje S. fuhr stadtauswärts auf dem markierten Radweg. Vor dem Pizza-Laden im Haus Nummer 21 parkte der 31-jährige Fahrer des Franchise-Unternehmens seinen Smart. „Die Radlerin kam offenbar in dem Moment, als dieser die Autotür öffnete. Dadurch stürzte sie und stieß im Fallen mit einem überholenden Mercedes zusammen“, berichtet Heinemann, was die Ermittler rekonstruierten. [...] “  Märkische Allgemeine vom 23.10.2010

Am 27.10. schreibt die Märkische Allgemeine:

Die Polizeiführung der Landeshauptstadt hat infolge des tödlichen Fahrradunfalls vom Donnerstagabend in Babelsberg alle Streifenbeamten angehalten, das Parken auf Radwegen verstärkt zu ahnden. „Das ist kein einfacher Verkehrsverstoß, sondern kann sehr gefährlich für die Radfahrer sein, wenn diese einen Bogen um das Auto machen müssen“, sagte Mathias Tänzer, stellvertretender Schutzbereichsleiter.

[...] Unterdessen ist das gefährliche Parken auf markierten Radwegen, das den Unfall auslöste, Stadtgespräch. Das Problem treibt auch Hans-Peter Schauss um. Der MAZ-Leser schickte Momentaufnahmen von Montag aus der Großbeerenstraße. Darauf sind Autos, meist Kleintransporter, zu sehen, die auf dem Radstreifen stehen. Schauss mutmaßt, dass der Fahrer des abgebildeten Fahrzeugs wusste, dass genau auf der gegenüberliegenden Straßenseite wegen eines solchen „gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr“ eine Mitbürgerin getötet wurde und deshalb dort Blumen liegen. Die Stadt hat im April begonnen, kilometerweit Radwege in Potsdam zu markieren, um die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen. [...]“

Es ist traurig dass offensichtlich erst ein Mensch sterben muß bevor die Polizei Falschparker auf Radstreifen ahndet. Leider wird in der Berichterstattung zu diesem tragischen Unfall nirgends erwähnt dass Radfahrer immer genügend Abstand zu parkenden (auch falschparkenden) Fahrzeugen halten sollten, ganz egal ob da ein Radstreifen etc. existiert.
Ob der überholende PKW einen ausreichenden Seitenabstand eingehalten hat ist unklar, die Frage warum er überhaupt einen ausweichenden Radfahrer in diesem Moment überholen musste sollte aber durchaus gestellt werden.

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